Heuschnupfen in der Schwangerschaft

Was es in der Schwangerschaft zu beachten gilt, wenn Sie an Heuschnupfen leiden und Tipps für den Alltag mit einer Pollenallergie.

Schwangere schneuzt sich
©
Shutterstock

Eine allgemeine Zunahme von Allergien wird schon seit mehreren Jahren beobachtet. An Heuschnupfen leiden bis zu 20 Prozent der Schwangeren.

Was ist Heuschnupfen?


Heuschnupfen ist eine Allergie, also eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers auf Pollen. Pollen enthalten das männliche Erbgut der Pflanzen. Sie werden von Blüten, Bäumen, Kräutern oder Gräsern durch Insekten oder Wind auf andere Pflanzen übertragen. 

Kommt ein Mensch mit einer Überempfindlichkeit gegen Pollen mit ihnen in Kontakt, reagiert der Körper darauf mit verschiedenen Symptomen. Normalerweise bildet das Immunsystem Antikörper gegen Bakterien oder Viren. Beim Heuschnupfen reagiert das Immunsystem aber auch auf Pollen so, als wären sie etwas Schädliches, das bekämpft werden müsste.

Weil die Pollen zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr fliegen, können die Symptome über viele Monate auftreten. Im Spätwinter und im Frühling wird Heuschnupfen durch Baumpollen (Haselnuss, Eiche, Weide, Pappel, Erle, Ulme, Birke) ausgelöst. Im Früh- und Hochsommer durch Gräser- und Getreidepollen (Roggen, Hafer, Weizen) und im Spätsommer und Herbst durch Kräuterpollen (Beifuss, Gänsefuss). 

Zusammenhang zwischen Allergie und Schwangerschaft


Die hormonelle Umstellung in der Schwangerschaft wirkt sich häufig auf das Immunsystem aus, auch beim Heuschnupfen. Allerdings kann es in beide Richtungen ausschlagen: Heuschnupfen kann erstmalig auftreten, sich verschlimmern oder deutlich besser werden.

Abgesehen vom Heuschnupfen haben viele Schwangere durch den hohen Östrogenspiegel geschwollene Nasenschleimhäute und das ständige Gefühl einer verstopften Nase. Dies hat aber nichts mit einer Pollenallergie zu tun. Bei Heuschnupfen kommen zu den Symptomen der Nase noch weitere dazu.

Die Symptome von Heuschnupfen


  Bei folgenden Symptomen – typischerweise im Frühling bis in den Sommer hinein – könnte es sich um Heuschnupfen handeln:  

  • Verstopfte Nase 

  • Laufende Nase ohne weiter Erkältungssymptome

  • Vermehrtes Niesen 

  • Juckende, tränende und gerötete Augen

  • Trockener Husten, vor allem nachts

  • Jucken im Gaumen, den Ohren und in der Nase

Wird Heuschnupfen an das Baby vererbt?


Eine Allergie - also auch Heuschnupfen - selber wird nicht vererbt, aber die Bereitschaft, eine zu entwickeln. Ist ein Elternteil Allergiker, besteht für das Kind ein Risiko von 30 Prozent, an einer Allergie zu erkranken. Bei zwei allergischen Elternteilen steigt die Wahrscheinlichkeit auf 60 Prozent. Ob dann auch tatsächlich eine Allergie ausbricht, ist von verschiedenen, meist äussere Einflüssen abhängig.

Heuschnupfenmedikamente in der Schwangerschaft


Nehmen Sie in der Schwangerschaft grundsätzlich keine Medikamente ein, ohne dies vorher mit Ihrer Gynäkologin zu besprechen. Auch wenn Sie bereits unter Heuschnupfen litten und entsprechende Medikamente zu Hause haben, sollten Sie sich zuerst versichern, ob sie diese nehmen dürfen.

In den vielen Fällen helfen antiallergische Augentropfen oder Nasenspray. Reichen diese aber nicht, können auch Antihistaminika oder in schwereren Fällen Cortison verschrieben werden.

Bei der Allergie-Immuntherapie - auch allergenspezifische Immuntherapie, Desensibilisierung oder Hyposensibilisierung - wird die Ursache der Allergie behandelt. Indem dem Körper wiederholt das Allergen schrittweise verabreicht wird, entwickelt er eine Toleranz. Das Immunsystem gewöhnt sich also an das Allergen und reagiert nicht mehr mit den Symptomen einer Allergie darauf. Die Symptome einer Pollenallergie könnten mit der Allergie-Immuntherapie um bis zu 80 Prozent reduziert werden. 

Mit einer Allergie-Immuntherapie sollte allerdings vor einer Schwangerschaft begonnen werden, am besten mehrere Monate davor. Während der Schwangerschaft damit zu beginnen, macht keinen Sinn. Wenn die Therapie gut vertragen wird, kann sie während der Schwangerschaft fortgesetzt werden.

Tipps für den Alltag mit Heuschnupfen


Wenn bekannt ist, auf welche Pollen Sie allergisch reagieren, ist es sinnvoll, den Alltag nach der Pollenflugvorhersage zu richten. Zusätzlich können sich mit diesen Massnahmen vor den Pollen schützen:

  • Bleiben Sie im Haus und halten Sie die Fenster geschlossen.

  • Trocknen Sie die Wäsche nicht im Freien.

  • Ziehen Sie getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer aus und lagern Sie diese auch nicht dort

  • Waschen Sie sich vor dem Schlafengehen die Haare.

  • Tragen Sie im Freien eine Sonnenbrille.

  • Luftreiniger mit HEPA-Filter entfernen einen Grossteil der Pollen aus der Raumluft.

Übrigens: In der Stadt ist der Pollenflug morgens bis 8 Uhr am geringsten, auf dem Land abends ab 18 Uhr.

Letzte Aktualisierung: 02.04.2025, KM / JZ